Die Feature-Falle


Je mehr Unternehmen sich der Idee von Online-Events öffnen, je häufiger bekommen wir Anfragen wie diese (fiktiv zusammengestellt aus realen Inhalten):

Anfrage:

Hallo VOXR Team, wir brauchen ein System, um hybride Events mit unserem langjährigen Moderator (Fachzeitungsredakteur) ins Netz zu bringen. Wir vergleichen gerade die Tools: Könnten Sie die beiliegende Excel-Tabelle ausfüllen und uns sagen, welche dieser Features Sie anbieten?

IRGEND JEMAND  //  Manager

In der Excel-Tabelle finden sich dann: "Chat-Moderation", "Bauchbinden", "Gamification", Networking über "Matchmaking-Tools" und dutzende "Features" mehr. 

Das Vorgehen ist absolut verständlich. Man googlet, erhält ein grobes Bild, was es so gibt, gleicht mit seinen Erfahrungen aus Offline- und Fernseh-Events ab und den Anbietern der "Tools" und schreibt alles in eine Excel-Tabelle. Völlig nachvollziehbar. 

Das Gefährliche ist:

Leider gerät man dabei extrem leicht in "Feature-Fallen". Die sind so ähnlich wie optische Täuschungen, aber im Gegensatz dazu nicht lustig, sondern Event-gefährdend. Dabei sind die Fallen leider nicht offensichtlich sondern versteckt, und damit tückisch. 

Hier sind die Top 7 Feature-Fallen + drei Tipps um sie vermeiden:


1. Die Buzzword-Falle:

Ein Feature wird gewünscht, obwohl man es noch nie in der Praxis ausprobiert:

Beispiel: : "Hybrid" (hier klicken)

2. Die Kenn-ich-Falle:

Das Gegenteil gibt es auch: Features werden verlangt, weil man sie kennt. Würde man dagegen die viel besseren Alternativen kennen, würde man niemals die Original-Features anfragen. Das führt dazu, dass alle Probleme so bleiben wie sie sind, da man ja nach Features gefragt hat, nicht nach Problemlösungen:

Beispiel: "Chat-Moderation"

3. Die Nebenwirkung-Falle:

Die meisten Menschen erkennen bei Features sofort den Nutzen, blenden die Kosten und Nebenwirkungen aber aus. Dabei sind nicht die monetären Kosten gemeint, sondern die viel gefährlicheren Komplexitäts- oder Projekt- und Event-Zeit-Kosten

Beispiel: "Kollaborations-Tools"

4. Die Offline-Falle:

Viele Features wurden für Offline-Events gemacht, und es wird nicht mehr hinterfragt, ob sie Online überhaupt noch benötigt werden (!) 

Beispiel: Matchmaking

5. Die Fernseh-Falle:

Features sind aus dem Fernsehen bekannt und werden daher als Online-tauglich empfunden (ist ja beides ein Bildschirm):

Beispiel: Bauchbinden

6. Die Methodenfalle:

Features, die von der Methode her gedacht sind, nicht vom Ziel

Beispiel 3D Messestände

7. Die "Wolkig"-Falle:

 Features, die so unspezifisch sind, als dass man sich wenig bis gar nichts darunter vorstellen oder darüber reden könnte, geschweige denn, es produktiv nutzen.

Beispiel: Gamification

Die drei Schritte aus der Featurefalle
1.

Fangen Sie bei den Zielen an. Fragen Sie alle Stake-Holder, was genau die Teilnehmer 1. denken , 2. fühlen und 3. machen sollen. a) während des Events. Und b) nach dem Event.

2.

Ableitend aus den Zielen, stellen Sie einen Grob-Plan eines möglichen Events auf, mit den einfachsten Mitteln, die Sie haben.
Das heißt, immer erst ohne Feature denken und planen. Dann schauen: Werden die Ziele erreicht? Wenn nein, dann: Wie lösen wir es? Ist es eine Planungs-Änderung? Eine Zielanpassung? Oder ein Feature? Auf diesem Wege finden Sie erstens wenige Features, das heißt, Sie haben es in Beschaffung, Planung und Durchführung viel einfacher. Und Sie finden die richtigen Features. 

3.

Schauen Sie, wer den Weg schon vor Ihnen gegangen ist. Real. Wer sich also getraut hat und Erfahrung hat. Rufen Sie Menschen an, die ähnliche Ziele erreichen wollten wie Sie. Welche Erfahrungen haben die Menschen gemacht, die nicht nur Excel-Tabellen erstellt haben, sondern rausgegangen sind und die "Features" auf live online vor der Kamera eingesetzt haben, vor mindestens 50, besser 100 TN mindestens einmal, besser mehrfach. Sprechen Sie mit Kollegen oder Profis aus der Eventbranche Menschen und lernen Sie von deren Erfahrungen.
Und: Fragen Sie, ob der Sales-Mensch persönliche Erfahrungen mit Live-Online-Events hat. Oder eben nur Sales-Mensch ist.

Sie können auch uns fragen.

Welches Event wollen Sie online umsetzen? Zusammen mit Ihnen planen wir Ihr Event vom Ziel her. Und empfehlen Ihnen auf diesem Weg die passenden Features für Ihren Erfolg.

Tim Schlüter

About the author

TV-, Event- und Online-Moderator Tim Schlüter ist Gründer der mehrfach preisgekrönten deutschen Interaktionssoftware VOXR. Seit 2015 berät er u.a. 30% aller DAX Unternehmen, Ministerien und den Mittelstand zu interaktivem Event-Design. Er arbeitet seit 2002 mit Remote-Live-Video, seit 2015 mit Onine-Live-Video und moderiert seit 2018 einen Online-Unternehmerclub. Am 13. März 2020 hat er das erste vollständige und kopierbare Online-Event-Format mit strategischer Interaktion und Face-to-Face Austausch vorgelegt. Aus diesem Konzept wurde "ActiveVirtual", das bereits 13 Mal für Groß-Events zum Einsatz kam - und darüber hinaus in dutzenden Webinaren. Er hat in eigenen interaktiven Kurz-Trainings die Methode bereits hunderten Teilnehmern vermittelt.

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